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Die Methode

Ein Fluss muss nicht lernen zu fließen, eine Pflanze muss nicht lernen zu wachsen...

Die Appoggio-Methode ist keine Technik. Sie ist eine Methode, die die natürlichen Prinzipien von Körper, Atem und Stimme sichtbar, verständlich und erfahrbar macht, Statt die Stimme  verbessern und kontrollieren zu wollen vertraut sie auf die wunderbare natürliche Organisation der Natur in uns. Sie verbindet die Erfahrungen der traditionellen italienischen Gesangskunst mit modernen Erkenntnissen aus Anatomie, Physiologie, Reflexforschung und dem Nervensystem. Vor allem aber übersetzt sie dieses Wissen in unmittelbar nachvollziehbare Körpererfahrungen. 

Der Atem ist unser Generalschlüssel, Wache Sinne und eine sich verfeinernde Körperwahrnehmung das Schlüsselloch. Jeder weitere Schlüssel öffnet eine neue Perspektive. Nicht durch mehr Kontrolle, sondern durch mehr Wahrnehmung - nicht durch Druck, sondern durch gute Bedingungen.

So entsteht Schritt für Schritt ein tieferes Verständnis dafür, wie Atem und Stimme von Natur aus zusammenarbeiten – und wie Deine Stimme ihren eigenen, authentischen Klang entfalten darf.

Die Schlüssel der Appoggio-Methode sind deshalb keine Regeln.

Sie sind Einladungen zum Entdecken, Erleben und Verkörpern.

Susanne Winter, Appoggio Method, Singer, Soprano, Voice Teacher

Die Schlüssel zur freien Stimme

Bei Appoggio geht es darum, beim Singen und Sprechen eine willentlichen Kontrolle durch die angeborene Selbstorganisation von Atem und Stimme zu ersetzen. Hierfür benötigen wir:

1) offene Sinne,  2) relevantes Anatomie-Wissen, 3) gut funktionierende Verkörperung, 4) die Kunst der Absichtslosigkeit und 5) genussvolle Freude

Susanne Winter, Appoggio Method, Singer, Soprano, Voice Teacher

1) Bevor wir mit Gesangsübungen beginnen, verbinden wir uns mit unseren Sinnen. Indem wir uns bewusst mit unsere Sinneswahrnehmung verbinden, schaffen wir Raum für neue Erfahrungen - und dies ist die Voraussetzung für unser Wachsen und Gedeihen zu voller Größe.

2) Da wir die Hauptakteure des Singens weder sehen und spüren können (Kehlkopf, Stimmbänder, Zwerchfell), ist es umso hilfreicher, klare Vor- stellungen über deren Anatomie und Wirkungs- weise zu haben. Ich benutze u.a. Gummi- und Therabänder, Bälle, etc. um die verschiedenen Funktionen, die fürs Singen wichtig sind, besser verständlich zu machen.

3) Danach übertragen wir natürliche Lautäußerungen wie Seufzen, Lachen in die Kunst des Singens. Wir setzen Stimmideale wie ebenmäßige Klangqualität, Legato, anstrengungs- loses Spannen der Stimme in die Höhe und üppiges Volumen, mit Hilfe der Verkörperung und mit Gesangsübungen der traditionellen Belcanto-Technik um.

Die so erworbenen Fertigkeiten festigen und trainieren wir mit Vokalisen und setzen diese schließlich in die Literatur um.

4) Absichtslosigkeit - leichter geschrieben als getan - bedeutet sich nicht einzumischen in die natürliche Wirkweise von Körper, Atem und Stimme. Atem und Stimme sind angeborene Reflexe, mit ihnen betreten wir unseren ganz eigenen Lebensweg.

Wenn wir diese angeborenen reflektorischen Vorgänge willentlich zu kontrollieren versuchen, führt dies zu Verspannungen, Druck, Inflexibilität, und ernsthaften Stimmproblemen. 

5) Wir üben bewusst in einer explorativen und spielerischen Weise, da wir davon überzeugt sind, dass aus dieser Einstellung genussvolle Freude und ernsthafter Fortschritt entspringen.

All dies führt zu anstrengungslosem Singen wie auch zu einem einmaligen und authentischen Klang.

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